Schweizer Wissenschaftler entwickeln Verfahren zum Nachweis von tiefkalt erwärmten Rubinen aus Mosambik

Schweizer Wissenschaftler entwickeln Verfahren zum Nachweis von tiefkalt erwärmten Rubinen aus Mosambik

Seit ihrer Entdeckung Anfang 2009 haben die Rubinlagerstätten bei Montepuez in Mosambik eine beeindruckende Anzahl von Steinen von außergewöhnlicher Qualität hervorgebracht, darunter legendäre Edelsteine wie der Nashorn-Rubin (22,04 cts), der Scharlachrote Tropfen (15,95 cts) und die Augen des Drachen (ein Rubinpaar mit 11,23 cts und 10,70 cts), die alle vom Schweizerischen Gemmologischen Institut SSEF analysiert wurden. Aber von Anfang an gab es auf dem Markt Hinweise auf minderwertige Rubine aus Mosambik, die mit oder ohne Flussmittel (Borax) erhitzt wurden, was zu verheilten Rissen mit Rückständen und in einigen Fällen stark gebrochenem Material mit Bleiglasfüllung führte.

In den letzten Jahren sind immer mehr feine Qualitätsrubine aus Mosambik auf den Markt gekommen, nachdem sie einer sogenannten „Niedertemperaturheizung“ (unter 1000 °C) unterzogen wurden. Vermutlich besteht das Ziel dieser Behandlung darin, die Farbe leicht zu verstärken, indem subtile violette Zonen reduziert werden, die manchmal in Rubinen von dieser Stelle aus vorhanden sind.

Nur ein Teil der Rubine, die diesem relativ niedrigen Erwärmungsverfahren unterzogen wurden, zeigen die mikroskopischen Merkmale, die üblicherweise Wärmebehandlungen charakterisieren (Abbildungen 2a und 2b), die für einen erfahrenen Gemmologen leicht erkennbar sind (Gübelin & Koivula 2008, Pardieu 2013, Krzemnicki 2015). Andere zeigen keine oder nahezu keine wärmebedingten Transformationen von Einschlüssen (siehe auch Pardieu et al. 2013, Saesseaw et al. 2018). Es ist eine Situation, die Gemmologen und gemmologische Labors und letztlich auch den Handel herausfordert.

Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, hat das Schweizerische Gemmologische Institut SSEF in einem umfangreichen Forschungsprojekt spezifischere Kriterien zur Erkennung von Niedertemperatur-Wärmebehandlung festgelegt und mehr als 200 unbeheizte und erhitzte Rubine (Roh- und Facettensteine) aus Mosambik untersucht. In Kombination mit einer genauen mikroskopischen Untersuchung der Proben wurden spezifische Spitzenmerkmale der Infrarotspektroskopie (FTIR) analysiert, um zusätzliche Unterscheidungsmerkmale zu ermitteln. Seit Jahrzehnten gilt FTIR als ein nützliches Werkzeug zur Unterstützung bei der Erkennung von erhitzten Rubinen und Saphiren, da Absorptionsspitzen im Zusammenhang mit strukturellem Hydroxid (OH-) in erhitzten Steinen vorhanden sind (Moon & Philips 1991, Smith 1995, Beran & Rossman 2006, Saesseaw et al. 2018).

Die FTIR-Studie des SSEF zeigte, dass der Fokus nicht auf einzelnen Peaks liegen sollte, um festzustellen, ob ein Rubin wärmebehandelt wurde oder nicht, sondern auf Peakmustern (Abbildung 3). Die Ergebnisse dieser Studie werden in den kommenden Monaten veröffentlicht.
„Aufgrund der Herausforderungen, die mit der Erkennung von Niedertemperatur-Wärmebehandlung von Rubinen aus Mosambik verbunden sind, hielten wir mehr wissenschaftliche Forschung für notwendig, um Licht in spezifischere Nachweiskriterien mit FTIR zu bringen“, sagte Dr. Michael S. Krzemnicki, Direktor des SSEF. „Wir sind zuversichtlich, dass diese und andere Untersuchungen zum Vertrauen der Verbraucher in das schöne Rubinmaterial aus Mosambik beitragen werden.“